Erbe der Titanen: Der Dreihornkäfer

Dreihornkäfer

Die Käfer sind mit über 350.000 bekannten Arten die erfolgreichste Tiergruppe auf Erden. Die Mehrzahl der Käferarten ist klein, doch gibt es unter ihnen auch sehr stattliche Arten, die sich einer zunehmenden Beliebtheit als Terrarientiere erfreuen, darunter der Dreihornkäfer, Chalcosoma atlas.

Die Größe von Insekten, zu denen die Käfer zählen, ist durch ihr Atmungssystem begrenzt. Anders als wir Menschen atmen diese Tiere nicht durch Lungen, sondern durch ein System aus Röhrchen, den so genannten Tracheen, durch die sich die Luft nur passiv (durch Diffusion) erneuert.
Ab einer gewissen Größe müssten Insekten darum ersticken. Die größte Käferart überhaupt ist der aus Brasilien stammende Riesenbockkäfer (Titanus gigantheus), der etwa 17 cm lang wird, wogegen der afrikanische Goliathkäfer Goliathus goliathus, der “nur”etwa 11 cm lang wird, mit bis zu 100g Gewicht als der schwerste Käfer der Erde gilt. Wohl wegen der schwierigen Sauerstoffversorgung kann man als Faustregel sagen: je größer der Käfer, desto ruhiger verhält er sich. Das macht die großen Käfer zu angenehmen Terrarientieren. Der Dreihornkäfer, von dem hier die Rede ist, wird im männlichen Geschlecht bis zu 13 cm lang.Dreihornkäfer-2

Natürlicher Lebensraum
Der Dreihornkäfer hat in Süd- und Südostasien ein riesiges Verbreitungsgebiet, das von Indien bis nach Sulawesi und die Philippinen
reicht. Die Art ist ein Kulturfolger, die von den Palmenplantagen des Menschen
stark profitiert. Die Larven des Dreihornkäfers entwickeln sich in totem Palmenholz, die Käfer selbst fressen Palmenblüten.

Dreihornkäfer im Terrarium
Palmen braucht man nicht, um C. atlas im Terrarium zu pflegen und zu züchten. Die Käfer fressen gerne jede Sorte süßes Obst, besonders geeignet ist überreife Banane, es gibt auch käufliches Gelee als Käferfutter (Beetle Jelly), dazu kann man jede Sorte Babybrei fürmenschliche Kleinkinder anbieten. Die Larven entwickeln sich sehr gut in Laubwaldhumus, den man mit weißfaulem Holz mischt. Die Lebenserwartung der Käfer liegt bei 2 bis 4 Monaten, die Generationsfolge dauert (das ist temperaturabhängig) 13 bis 18 Monate. Die Pflege erfolgt am besten paarweise oder mit Weibchenüberschuss. Pro Terrarium sollte nur ein Männchen gehalten werden, da die Männchen sich nicht vertragen.Die Beckengröße richtet sich nach der Größe des Männchens. Damit man etwas von der Pflege hat, sollte die Bodenfläche etwa 4-5 mal so lang und 2-3 mal so breit wie das Männchen sein.

Zucht
Die Fortpflanzung erfolgt über Eier, aus denen unterirdisch lebende Larven schlüpfen, die man als Engerlinge bezeichnet. Der Dreihornkäfer durchläuft drei Larvenstadien, dann verpuppen sich die Engerlinge. Aus der Puppe schlüpft der fertige Käfer. Käfer häuten sich nicht und wachsen auch nicht
mehr. Die Größe eines Dreihornkäfers hängt vermutlich hauptsächlich von Umweltbedingungen ab, weniger von genetischen Anlagen. Da die männlichen Käfer erheblich länger zur Entwicklung brauchen, als die Weibchen, empfiehlt sich folgender Trick: man hält die männlichen Engerlinge, die man an einer deutlichen Grube am 9ten Hinterleibssegment erkennt, wärmer als ihre weiblichen Geschwister. Einzelhaltung der Larven fördert ebenfalls das Wachstum und beschleunigt vor allem die Verpuppung. Also hält man männliche Engerlinge möglichst einzeln. Damit schafft man es meist, beide Geschlechter aus einer Nachzucht synchron zu erhalten.
Die Aufzucht der Larven erfolgt in handelsüblichen Plastikgefäßen, die man mit dem schon erwähnten Humus aus Laubwäldern (Buche, Eiche) und weißfaulem Holz befüllt. Die Aufzuchttemperatur darf zwischen 23 und 25°C im Substrat liegen.

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