Chagunius baileyi – Der Ziegenkopf

Aquarium Glaser gelang 2007 der Erstimport eines wirklich außergewöhnlichen Karpfenfisches. Chagunius baileyi wurde auf der Exportliste als „Goatface barb“ – also „Ziegengesicht-Barbe“ – angeboten.

Ein beliebter Aquarienfisch wird Chagu­nius baileyi sicherlich nicht werden. Dagegen spricht, dass er insgesamt doch recht farblos ist und außerdem mit maximal 20-25 cm Länge etwas zu groß.

Aber interessant ist das Tier nichts desto trotz. So wurde die Art erst 1986 von Rainboth be­schrieben. Sie kommt im Salween-Einzug von Burma und Thailand vor. Im Aquarium sind die Fische sehr friedlich sowohl gegen­über Artge­nossen, wie auch gegen sehr viel kleinere, art­fremde Fische. Pflanzen werden ebenfalls nicht behelligt, und so kann man Chagunius baileyi bedenkenlos das Gast­recht in einem ent­sprechend dimen­sio­nierten Gesellschaftsaquarium einräumen.


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In der Nahrungsaufnahme ist der Fisch prob­lem­los und nimmt jegliches Trocken-, Frost und Lebendfutter entsprechender Größe. Allerdings ist die Art anfangs ziemlich scheu und neigt bei Erschrecken zu kopf­loser Flucht.

Man weiß sehr wenig über die derzeit drei Arten umfassende Gattung Chagunius. Schon deshalb wäre es wünschenswert, wenn einige interessierte Aquarianer zu­greifen wür­den und zumindest durch Aquarien­beob­achtungen diese Wissens­lücke schließen könnten.

Frank Schäfer

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Über den Autor Frank Schäfer

Frank Schäfer, geboren 1964, Biologe, seit frühester Jugend Tier- und Pflanzenhalter aus Leidenschaft. Sein besonderes Interesse gilt seit jeher den Fischen, aber Reptilien, Amphibien, Wirbellose, Kleinsäuger und Vögel sowie eine Vielzahl von Pflanzen begeistern ihn ebenso.

Seit 1980 Mitglied im Verein für Aquarien- und Terrarienkunde Hottonia e.V., dort seit 1982 auch immer wieder Vorstandsämter (Gartenwart, Redakteur der Vereinszeitschrift, 1. Schriftführer), seit 1982 Mitglied in der Internationalen Gemeinschaft für Labyrinthfische (IGL), seit 1992 auch im European Anabantoid Club (EAC). Erste Fachartikel über Pflege und Zucht von Puntius vittatus, Macropodus opercularis, Trionyx ferox und Polypterus senegalus in der Hottonia-Post 1981; erste große Fischfangreise in die Tropen 1983 nach Sumatra, worüber anschließend zahlreiche Aufsätze in der Hottonia-Post, der Zeitschrift „Der Makropode“ und „Das Aquarium“ erschienen; von da an regelmäßig Publikationen in vielen aquaristischen Fachzeitschriften, sowohl national wie auch international. Seither außerdem jährlich mehrere Dia-Vorträge auf nationalen und internationalen Tagungen.

Studium der Biologie in Darmstadt von 1984-1989, Abschluss als Diplom-Biologe mit den Prüfungsfächern Zoologie, Botanik, Ökologie und Psychologie. Diplomarbeit bei Prof. Ragnar Kinzelbach zum Thema „Wirtspezifität der Glochidien von Anodonta anatina“.

Zahlreiche Fang-, Sammel- und Studienreisen in das europäische Ausland, die Türkei, Sambia und vor allem Indien; Forschungsschwerpunkt ist die Süßwasserfischfauna des Ganges mit dem Ziel einer kompletten Revision der Arbeit von Francis Hamilton (1822): An account of the fishes found in the river Ganges and its branches. Edinburgh & London. Wissenschaftliche Erstbeschreibung von Oreichthys crenuchoides und gemeinsam mit Ulrich Schliewen von Polypterus mokelembembe. Wissenschaftliche Besuche und kurzzeitige Arbeiten in den zoologischen Sammlungen von London, Paris, Brüssel, Tervueren, Wien, Berlin, Frankfurt und München.

Seit 1996 bis heute Redakteur bei Aqualog und wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Fischbestimmung bei Aquarium Glaser, Rodgau. In dieser Zeit verantwortlich als Autor oder Co-Autor von über 20 Büchern und über 400 größeren Fachartikeln, nicht nur bei Aqualog, sondern bei nahezu allen deutschsprachigen Fachverlagen, vereinzelt auch in internationalen Publikationen. Seit 2009 Betreuung der Homepage und des Newsletters bei Aquarium Glaser mit 3-5 Posts pro Woche. Nach wie vor leidenschaftlicher Tier- und Pflanzenpfleger, quer durch den Gemüsegarten: Aquaristik (Süß- und Seewasser), Terraristik, Teichpflege, Kleinvögel.

Frank Schäfer ist verheiratet und hat zwei Töchter, die 1989 und 1991 geboren wurden.

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