Dichotomyctere cf. kretamensis (früher Tetraodon)

Aus Indonesien werden gelegentlich Grüne Kugelfische importiert, die durch ihr un­gewöhn­­lich unregelmäßiges Punktemuster und die deutliche, bereits mit bloßem Auge sichtbare Hautbestachelung von den üblicher­weise aus Thailand und Vietnam impor­tierten Dichotomyctere nigriviridis ab­weichen.

Es gibt zwei Arten ”Grüner Kugelfische” , die man leicht mit D. nigroviridis verwechseln kann: D. kretamensis und D. sabahensis. Aqua­ristisch wurde noch keine der beiden be­kannt, lediglich eine nicht endgültig identi­fizierte Form als D. cf. sabahensis. Alle Grünen Kugelfische werden seit der neuesten, großen Überarbeitung der Süßwasserfische Südostasiens in die Gattung Dichotomyctere gestellt. In der wissenschaftlichen Bescheibung von Tetraodon kretamensis wird vor allem die innere Form des hinteren Nasen­loch­lappens als artcharakteristisch angesehen. Genau diese merk­­­­­würdig gefäl­telte Innen­seite hat auch der neu importierte Kugel­fisch, was man sogar auf dem Portraitfoto ganz gut erkennen kann.

Im Aquarium verlangen diese Kugelfische Brackwasser, sie lassen sich auch leicht auf Seewasser umgewöhnen; in reinem Süßwasser sollte man sie nur gelegentlich pflegen, dann sollte es möglichst hart sein und der pH-Wert sollte unbedingt über pH 8 liegen. Untereinander sind Grüne Kugelfische recht gut verträglich, eventuelle Bisswunden heilen rasch wieder ab. Bei Vergesellschaftung mit artfremden Fischen muss man damit rechnen, dass einzelne Kugelfische übergriffig werden und den artfremden Fischen Flossenstücke abbeißen.

Die Maximallänge von D. kretamensis ist nicht dokumentiert, es ist jedoch zu erwarten, dass sie, ähnlich wie beim sehr eng verwandten D. nigroviridis bei ca. 15 cm liegt.

Frank Schäfer

Über den Autor Frank Schäfer

Frank Schäfer, geboren 1964, Biologe, seit frühester Jugend Tier- und Pflanzenhalter aus Leidenschaft. Sein besonderes Interesse gilt seit jeher den Fischen, aber Reptilien, Amphibien, Wirbellose, Kleinsäuger und Vögel sowie eine Vielzahl von Pflanzen begeistern ihn ebenso.

Seit 1980 Mitglied im Verein für Aquarien- und Terrarienkunde Hottonia e.V., dort seit 1982 auch immer wieder Vorstandsämter (Gartenwart, Redakteur der Vereinszeitschrift, 1. Schriftführer), seit 1982 Mitglied in der Internationalen Gemeinschaft für Labyrinthfische (IGL), seit 1992 auch im European Anabantoid Club (EAC). Erste Fachartikel über Pflege und Zucht von Puntius vittatus, Macropodus opercularis, Trionyx ferox und Polypterus senegalus in der Hottonia-Post 1981; erste große Fischfangreise in die Tropen 1983 nach Sumatra, worüber anschließend zahlreiche Aufsätze in der Hottonia-Post, der Zeitschrift „Der Makropode“ und „Das Aquarium“ erschienen; von da an regelmäßig Publikationen in vielen aquaristischen Fachzeitschriften, sowohl national wie auch international. Seither außerdem jährlich mehrere Dia-Vorträge auf nationalen und internationalen Tagungen.

Studium der Biologie in Darmstadt von 1984-1989, Abschluss als Diplom-Biologe mit den Prüfungsfächern Zoologie, Botanik, Ökologie und Psychologie. Diplomarbeit bei Prof. Ragnar Kinzelbach zum Thema „Wirtspezifität der Glochidien von Anodonta anatina“.

Zahlreiche Fang-, Sammel- und Studienreisen in das europäische Ausland, die Türkei, Sambia und vor allem Indien; Forschungsschwerpunkt ist die Süßwasserfischfauna des Ganges mit dem Ziel einer kompletten Revision der Arbeit von Francis Hamilton (1822): An account of the fishes found in the river Ganges and its branches. Edinburgh & London. Wissenschaftliche Erstbeschreibung von Oreichthys crenuchoides und gemeinsam mit Ulrich Schliewen von Polypterus mokelembembe. Wissenschaftliche Besuche und kurzzeitige Arbeiten in den zoologischen Sammlungen von London, Paris, Brüssel, Tervueren, Wien, Berlin, Frankfurt und München.

Seit 1996 bis heute Redakteur bei Aqualog und wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Fischbestimmung bei Aquarium Glaser, Rodgau. In dieser Zeit verantwortlich als Autor oder Co-Autor von über 20 Büchern und über 400 größeren Fachartikeln, nicht nur bei Aqualog, sondern bei nahezu allen deutschsprachigen Fachverlagen, vereinzelt auch in internationalen Publikationen. Seit 2009 Betreuung der Homepage und des Newsletters bei Aquarium Glaser mit 3-5 Posts pro Woche. Nach wie vor leidenschaftlicher Tier- und Pflanzenpfleger, quer durch den Gemüsegarten: Aquaristik (Süß- und Seewasser), Terraristik, Teichpflege, Kleinvögel.

Frank Schäfer ist verheiratet und hat zwei Töchter, die 1989 und 1991 geboren wurden.

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