Hemiodus – ein toller Federsalmler!

Die Federsalmler der Gattung Hemiodus führen leider ein ziemliches Schattendasein in den Aquarien. Das liegt vermutlich daran, dass einige Arten ziemlich groß werden und diese Arten zudem noch als Pflanzenfresser gelten. Es gibt aber auch Arten, die sehr gut für das Aquarium geeignet sind!

Männchen

Weibchen

Zu den besonders begehrten Arten zählt Hemiodus gracilis, denn dieser Fisch hat ei­nen knallroten Streifen in der unteren Schwanz­flossenhälfte. Die schön­sten Exem­plare dieser Art importierte Aqua­rium Glaser früher über Rio de Janeiro, also aus dem Süden Bra­si­liens; leider erfolgen gegenwärtig keine Exporte aus dieser Region. Importe von H. gracilis erfolgen zur Zeit aus dem Orinoko (Kolumbien).

Hemiodus gracilis sind mit etwa 8 cm Länge bereits geschlechtlich differenziert (die Männchen sind schlanker und der Schwanz­streifen ist bei den Weibchen deut­lich blasser). Pflanzen werden bei guter Ernährung kaum behelligt. Man pflege diese rasanten Schwimmer immer im Schwarm in Aquarien ab 120 cm Kanten­länge. Gegen­über anderen Fischen sind sie friedlich.

Als Beifang fanden sich einige Exemplare eines Hochflossen-Federsalmlers zwischen den Rio-Importen. Bei dieser Art ist der untere Schwanzstreifen cremefarben. Männchen entwickeln eine hohe, spitze Rückenflosse, die sich in der Balz schwarz verfärbt. Früher wurden die Gattungen Hemio­dopsis, Hemiodus und Pterohemiodus unterschieden, die jedoch nach neueren Untersuchungen alle in die Gattung Hemiodus gestellt werden müssen.

Der unbekannte Federsalmler gehört zu den früheren Pterohemiodus. Die Artzugehörigkeit dieser etwa 8 cm langen Tiere konnte noch nicht ermittelt werden. Die ein­zige bislang wissenschaftlich beschriebene Art dieser Gruppe ist H. atranalis, die jedoch nach lebenden Exemplaren noch nicht bekannt wurde, weshalb wir hier mit einer Artbezeichnung lieber zurückhaltend sind.

Frank Schäfer

Über den Autor Frank Schäfer

Frank Schäfer, geboren 1964, Biologe, seit frühester Jugend Tier- und Pflanzenhalter aus Leidenschaft. Sein besonderes Interesse gilt seit jeher den Fischen, aber Reptilien, Amphibien, Wirbellose, Kleinsäuger und Vögel sowie eine Vielzahl von Pflanzen begeistern ihn ebenso.

Seit 1980 Mitglied im Verein für Aquarien- und Terrarienkunde Hottonia e.V., dort seit 1982 auch immer wieder Vorstandsämter (Gartenwart, Redakteur der Vereinszeitschrift, 1. Schriftführer), seit 1982 Mitglied in der Internationalen Gemeinschaft für Labyrinthfische (IGL), seit 1992 auch im European Anabantoid Club (EAC). Erste Fachartikel über Pflege und Zucht von Puntius vittatus, Macropodus opercularis, Trionyx ferox und Polypterus senegalus in der Hottonia-Post 1981; erste große Fischfangreise in die Tropen 1983 nach Sumatra, worüber anschließend zahlreiche Aufsätze in der Hottonia-Post, der Zeitschrift „Der Makropode“ und „Das Aquarium“ erschienen; von da an regelmäßig Publikationen in vielen aquaristischen Fachzeitschriften, sowohl national wie auch international. Seither außerdem jährlich mehrere Dia-Vorträge auf nationalen und internationalen Tagungen.

Studium der Biologie in Darmstadt von 1984-1989, Abschluss als Diplom-Biologe mit den Prüfungsfächern Zoologie, Botanik, Ökologie und Psychologie. Diplomarbeit bei Prof. Ragnar Kinzelbach zum Thema „Wirtspezifität der Glochidien von Anodonta anatina“.

Zahlreiche Fang-, Sammel- und Studienreisen in das europäische Ausland, die Türkei, Sambia und vor allem Indien; Forschungsschwerpunkt ist die Süßwasserfischfauna des Ganges mit dem Ziel einer kompletten Revision der Arbeit von Francis Hamilton (1822): An account of the fishes found in the river Ganges and its branches. Edinburgh & London. Wissenschaftliche Erstbeschreibung von Oreichthys crenuchoides und gemeinsam mit Ulrich Schliewen von Polypterus mokelembembe. Wissenschaftliche Besuche und kurzzeitige Arbeiten in den zoologischen Sammlungen von London, Paris, Brüssel, Tervueren, Wien, Berlin, Frankfurt und München.

Seit 1996 bis heute Redakteur bei Aqualog und wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Fischbestimmung bei Aquarium Glaser, Rodgau. In dieser Zeit verantwortlich als Autor oder Co-Autor von über 20 Büchern und über 400 größeren Fachartikeln, nicht nur bei Aqualog, sondern bei nahezu allen deutschsprachigen Fachverlagen, vereinzelt auch in internationalen Publikationen. Seit 2009 Betreuung der Homepage und des Newsletters bei Aquarium Glaser mit 3-5 Posts pro Woche. Nach wie vor leidenschaftlicher Tier- und Pflanzenpfleger, quer durch den Gemüsegarten: Aquaristik (Süß- und Seewasser), Terraristik, Teichpflege, Kleinvögel.

Frank Schäfer ist verheiratet und hat zwei Töchter, die 1989 und 1991 geboren wurden.

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