Marmeladen-Katzen????

Warum heißen felsbewohnende Malawi-Buntbarsche (Mbuna) mit orangefarbener Grundfärbung und schwarzen Flecken (englisch: orange blotch oder, abgekürzt, OB) Marmalade Cat?

So sieht ein “normales” Männchen von Maylandia zebra aus.

Marmalade Cat ist eine Verballhornung des Chichewa-Wortes „Namakate“. Chichewa ist – neben Englisch – die offizielle Amtssprache des Staates Malawi. Eine Etymologie des Chichewa-Wortes „Namakate“ ist mir nicht bekannt, es handelt sich um einen Eigennamen für die Orange Blotch-Varianten der Mbuna-Cichliden.

Dies ist die OB-Variante von M. zebra, auch Marmalade Cat genannt.

Auf Englisch bezeichnet man orangerot gefärbte Katzen als „Marmalade Cat“, im Deutschen gibt es keine eigenständige Bezeichnung für derartig gefärbte Katzen. So ist leicht verständlich, dass man statt „Marmalade“ auf Deutsch schnell „Marmelade“, also ein anderes Wort für „Konfitüre“ (eingekochtes, gezuckertes Obst) daraus machte. Das ist aber natürlich sinnlos, denn was hat ein Felsenbuntbarsch vom Malawisee mit süßem Brotaufstrich zu tun? Tatsächlich wird im Englischen das Wort „marmalade“ nur für die entsprechenden Sorten aus Zitrusfrüchten, besonders aus Orangen, verwendet, alle übrigen Sorten sind „jam“.

Marmalade Cats gibt es bei etlichen Buntbarschen aus dem Malawi-See, aber nicht nur dort. Auch von Buntbarschen aus dem Victoria-See sind derartige Farbvarianten bekannt und auch von Buntbarschen aus dem Nicaragua-See in Mittelamerika. Es sind natürliche Farbmorphen, die stets zu einem gewissen (stets geringen) Prozentsatz zwischen normal gefärbten Artgenossen leben. Warum es Marmalade Cats bei den Buntbarschen gibt? Darüber ein andermal mehr…

Frank Schäfer

Über den Autor Frank Schäfer

Frank Schäfer, geboren 1964, Biologe, seit frühester Jugend Tier- und Pflanzenhalter aus Leidenschaft. Sein besonderes Interesse gilt seit jeher den Fischen, aber Reptilien, Amphibien, Wirbellose, Kleinsäuger und Vögel sowie eine Vielzahl von Pflanzen begeistern ihn ebenso.

Seit 1980 Mitglied im Verein für Aquarien- und Terrarienkunde Hottonia e.V., dort seit 1982 auch immer wieder Vorstandsämter (Gartenwart, Redakteur der Vereinszeitschrift, 1. Schriftführer), seit 1982 Mitglied in der Internationalen Gemeinschaft für Labyrinthfische (IGL), seit 1992 auch im European Anabantoid Club (EAC). Erste Fachartikel über Pflege und Zucht von Puntius vittatus, Macropodus opercularis, Trionyx ferox und Polypterus senegalus in der Hottonia-Post 1981; erste große Fischfangreise in die Tropen 1983 nach Sumatra, worüber anschließend zahlreiche Aufsätze in der Hottonia-Post, der Zeitschrift „Der Makropode“ und „Das Aquarium“ erschienen; von da an regelmäßig Publikationen in vielen aquaristischen Fachzeitschriften, sowohl national wie auch international. Seither außerdem jährlich mehrere Dia-Vorträge auf nationalen und internationalen Tagungen.

Studium der Biologie in Darmstadt von 1984-1989, Abschluss als Diplom-Biologe mit den Prüfungsfächern Zoologie, Botanik, Ökologie und Psychologie. Diplomarbeit bei Prof. Ragnar Kinzelbach zum Thema „Wirtspezifität der Glochidien von Anodonta anatina“.

Zahlreiche Fang-, Sammel- und Studienreisen in das europäische Ausland, die Türkei, Sambia und vor allem Indien; Forschungsschwerpunkt ist die Süßwasserfischfauna des Ganges mit dem Ziel einer kompletten Revision der Arbeit von Francis Hamilton (1822): An account of the fishes found in the river Ganges and its branches. Edinburgh & London. Wissenschaftliche Erstbeschreibung von Oreichthys crenuchoides und gemeinsam mit Ulrich Schliewen von Polypterus mokelembembe. Wissenschaftliche Besuche und kurzzeitige Arbeiten in den zoologischen Sammlungen von London, Paris, Brüssel, Tervueren, Wien, Berlin, Frankfurt und München.

Seit 1996 bis heute Redakteur bei Aqualog und wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Fischbestimmung bei Aquarium Glaser, Rodgau. In dieser Zeit verantwortlich als Autor oder Co-Autor von über 20 Büchern und über 400 größeren Fachartikeln, nicht nur bei Aqualog, sondern bei nahezu allen deutschsprachigen Fachverlagen, vereinzelt auch in internationalen Publikationen. Seit 2009 Betreuung der Homepage und des Newsletters bei Aquarium Glaser mit 3-5 Posts pro Woche. Nach wie vor leidenschaftlicher Tier- und Pflanzenpfleger, quer durch den Gemüsegarten: Aquaristik (Süß- und Seewasser), Terraristik, Teichpflege, Kleinvögel.

Frank Schäfer ist verheiratet und hat zwei Töchter, die 1989 und 1991 geboren wurden.

Ein Kommentar zu “Marmeladen-Katzen????

  1. Hans-Peter Duttle

    Guten Tag Herr Schäfer
    Ihre Berichte sind immer spannend, weil hochstehend.
    Besonders “Kleinst-Lebewesen”, vor allem Fische, interessieren mich.
    mit Gruss,
    Hans-Peter Duttle, Gümligen, Schweiz

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