Phrynomatis: Knallrote Schönheiten

Die sogenannten Wendehalsfrösche der Gattung Phrynomantis (im Handel meist unter dem synonymen Gattungsnamen Phrynomerus) gehören zu den buntesten Fröschen Afrikas. Auch wenn ihre Färbung oft als Tarnfärbung interpretiert wird, verfügen sie über ein starkes Hautgift und sprechen eine deutliche Körpersprache…….

Männchen (vorn) von P. microps werden ca. 4.5 cm lang, Weibchen 6 cm.

Von den fünf derzeit anerkannten Ar­ten sind zwei gelegentlich im Han­del: Aus Ghana der „Tomaten­rote Wende­halsfrosch“, P. microps, und – als besondere Rarität – der „Rote Wendehalsfrosch“, P. bifasci­atus aus Tansania. P. microps ist vorwiegend bodenbewohnend, kann aber auch ganz gut klettern. P. bifasciatus hingegen bevorzugt luftigere Standorte und wird z.B. oft in den Blattachseln von Bana­nenstauden gefunden. Kleine Insekten bilden die Nahrung dieser Frösche. Mancherorts sind es vorwiegend Ameisen, im Terrarium akzeptieren sie gern kleine Heimchen, große Drosophila etc..

P. bifasciatus klettert gerne.

In der Natur lebt P. microps häufig in Ameisenhaufen; möglich wird das durch einen Duftstoff, den der Frosch absondert und der die Ameisen vom Angriff abhält. Andere Frösche werden hin­gegen von den Ameisen sofort ange­griffen und getötet. Attackieren größere Tiere P. microps, so wendet er einen besonderen Trick an: er zeigt ihnen den Hintern, dessen Zeich­nung an die Augen eines wesentlich größeren Tieres erinnert.

P. microps hat eine augenartige Zeichnung auf der hinteren Körperhälfte.

Phrynomantis sind Regen­laicher, die in temporären Tümpeln laichen. Die in Schwärmen lebenden Kaulquappen sind Filtrierer. Die Metamorphose erfolgt innerhalb von 40 Tagen, die Fröschchen sind dann etwa 1 cm lang.

Frank Schäfer

Über den Autor Frank Schäfer

Frank Schäfer, geboren 1964, Biologe, seit frühester Jugend Tier- und Pflanzenhalter aus Leidenschaft. Sein besonderes Interesse gilt seit jeher den Fischen, aber Reptilien, Amphibien, Wirbellose, Kleinsäuger und Vögel sowie eine Vielzahl von Pflanzen begeistern ihn ebenso.

Seit 1980 Mitglied im Verein für Aquarien- und Terrarienkunde Hottonia e.V., dort seit 1982 auch immer wieder Vorstandsämter (Gartenwart, Redakteur der Vereinszeitschrift, 1. Schriftführer), seit 1982 Mitglied in der Internationalen Gemeinschaft für Labyrinthfische (IGL), seit 1992 auch im European Anabantoid Club (EAC). Erste Fachartikel über Pflege und Zucht von Puntius vittatus, Macropodus opercularis, Trionyx ferox und Polypterus senegalus in der Hottonia-Post 1981; erste große Fischfangreise in die Tropen 1983 nach Sumatra, worüber anschließend zahlreiche Aufsätze in der Hottonia-Post, der Zeitschrift „Der Makropode“ und „Das Aquarium“ erschienen; von da an regelmäßig Publikationen in vielen aquaristischen Fachzeitschriften, sowohl national wie auch international. Seither außerdem jährlich mehrere Dia-Vorträge auf nationalen und internationalen Tagungen.

Studium der Biologie in Darmstadt von 1984-1989, Abschluss als Diplom-Biologe mit den Prüfungsfächern Zoologie, Botanik, Ökologie und Psychologie. Diplomarbeit bei Prof. Ragnar Kinzelbach zum Thema „Wirtspezifität der Glochidien von Anodonta anatina“.

Zahlreiche Fang-, Sammel- und Studienreisen in das europäische Ausland, die Türkei, Sambia und vor allem Indien; Forschungsschwerpunkt ist die Süßwasserfischfauna des Ganges mit dem Ziel einer kompletten Revision der Arbeit von Francis Hamilton (1822): An account of the fishes found in the river Ganges and its branches. Edinburgh & London. Wissenschaftliche Erstbeschreibung von Oreichthys crenuchoides und gemeinsam mit Ulrich Schliewen von Polypterus mokelembembe. Wissenschaftliche Besuche und kurzzeitige Arbeiten in den zoologischen Sammlungen von London, Paris, Brüssel, Tervueren, Wien, Berlin, Frankfurt und München.

Seit 1996 bis heute Redakteur bei Aqualog und wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Fischbestimmung bei Aquarium Glaser, Rodgau. In dieser Zeit verantwortlich als Autor oder Co-Autor von über 20 Büchern und über 400 größeren Fachartikeln, nicht nur bei Aqualog, sondern bei nahezu allen deutschsprachigen Fachverlagen, vereinzelt auch in internationalen Publikationen. Seit 2009 Betreuung der Homepage und des Newsletters bei Aquarium Glaser mit 3-5 Posts pro Woche. Nach wie vor leidenschaftlicher Tier- und Pflanzenpfleger, quer durch den Gemüsegarten: Aquaristik (Süß- und Seewasser), Terraristik, Teichpflege, Kleinvögel.

Frank Schäfer ist verheiratet und hat zwei Töchter, die 1989 und 1991 geboren wurden.

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