Zitteraale: Sie können angreifen!

Zu den berühmtesten Schilderungen in Alexander von Humboldts Südamerikareise zählt die von der Attacke der Zitteraale im Jahr 1800; von Humboldt bat einheimische Fischer, ihm einige Zitteraale zu fangen. Die Fischer trieben daraufhin Pferde ins Wasser, die von den Fischen, die aus dem Wasser sprangen, mit heftigen Stromschlägen attackiert wurden. Die Folgen waren dramatisch, zwei der Pferde ertranken in Folge der Angriffe. Die Zitteraale verausgabten sich derart an den Pferden, dass sie schließlich gefahrlos gefangen werden konnten. Hier finden Sie den Originalbericht.

Etwas Vergleichbares konnte 200 Jahre nicht mehr beobachtet werden; doch jetzt wies ein Wissenschaftler nach, dass Zitteraale zu solchen Attacken fähig sind. Aber Aquarianer wissen: gewöhnlich tun sie so etwas nicht. Hier finden Sie ein Video, das den völlig unspektakulären Fang eines großen Zitteraals zeigt.

Illustration des Zitteraalfangs aus Humboldt, 1800

Im Video sehen Sie, wie ein solches Kraftpaket gefangen und für den Transport zu seiner endgültigen Wohnstätte – in diesem Fall ein Schau-Aquarium in Frankreich – vorbereitet wird. Das wichtigste ist dabei, die Ruhe zu bewahren. Weder Tier noch Mensch dürfen aufgeregt sein, sonst kann es leicht zu Unfällen kommen. 

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Über den Autor Frank Schäfer

Frank Schäfer, geboren 1964, Biologe, seit frühester Jugend Tier- und Pflanzenhalter aus Leidenschaft. Sein besonderes Interesse gilt seit jeher den Fischen, aber Reptilien, Amphibien, Wirbellose, Kleinsäuger und Vögel sowie eine Vielzahl von Pflanzen begeistern ihn ebenso.

Seit 1980 Mitglied im Verein für Aquarien- und Terrarienkunde Hottonia e.V., dort seit 1982 auch immer wieder Vorstandsämter (Gartenwart, Redakteur der Vereinszeitschrift, 1. Schriftführer), seit 1982 Mitglied in der Internationalen Gemeinschaft für Labyrinthfische (IGL), seit 1992 auch im European Anabantoid Club (EAC). Erste Fachartikel über Pflege und Zucht von Puntius vittatus, Macropodus opercularis, Trionyx ferox und Polypterus senegalus in der Hottonia-Post 1981; erste große Fischfangreise in die Tropen 1983 nach Sumatra, worüber anschließend zahlreiche Aufsätze in der Hottonia-Post, der Zeitschrift „Der Makropode“ und „Das Aquarium“ erschienen; von da an regelmäßig Publikationen in vielen aquaristischen Fachzeitschriften, sowohl national wie auch international. Seither außerdem jährlich mehrere Dia-Vorträge auf nationalen und internationalen Tagungen.

Studium der Biologie in Darmstadt von 1984-1989, Abschluss als Diplom-Biologe mit den Prüfungsfächern Zoologie, Botanik, Ökologie und Psychologie. Diplomarbeit bei Prof. Ragnar Kinzelbach zum Thema „Wirtspezifität der Glochidien von Anodonta anatina“.

Zahlreiche Fang-, Sammel- und Studienreisen in das europäische Ausland, die Türkei, Sambia und vor allem Indien; Forschungsschwerpunkt ist die Süßwasserfischfauna des Ganges mit dem Ziel einer kompletten Revision der Arbeit von Francis Hamilton (1822): An account of the fishes found in the river Ganges and its branches. Edinburgh & London. Wissenschaftliche Erstbeschreibung von Oreichthys crenuchoides und gemeinsam mit Ulrich Schliewen von Polypterus mokelembembe. Wissenschaftliche Besuche und kurzzeitige Arbeiten in den zoologischen Sammlungen von London, Paris, Brüssel, Tervueren, Wien, Berlin, Frankfurt und München.

Seit 1996 bis heute Redakteur bei Aqualog und wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Fischbestimmung bei Aquarium Glaser, Rodgau. In dieser Zeit verantwortlich als Autor oder Co-Autor von über 20 Büchern und über 400 größeren Fachartikeln, nicht nur bei Aqualog, sondern bei nahezu allen deutschsprachigen Fachverlagen, vereinzelt auch in internationalen Publikationen. Seit 2009 Betreuung der Homepage und des Newsletters bei Aquarium Glaser mit 3-5 Posts pro Woche. Nach wie vor leidenschaftlicher Tier- und Pflanzenpfleger, quer durch den Gemüsegarten: Aquaristik (Süß- und Seewasser), Terraristik, Teichpflege, Kleinvögel.

Frank Schäfer ist verheiratet und hat zwei Töchter, die 1989 und 1991 geboren wurden.

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