Osphronemus exodon

Bis zum Ende des 20ten Jahrhunderts glaubte man, es gäbe nur eine Art der Riesenguramis. Doch dann erkannte man einige weitere Arten, darunter Aus dem Stromgebiet des Mekong Osphronemus exodon. Als Jungtier sieht er einem Gewöhnlichen Riesengurami (O. goramy) sehr ähnlich. Nur Eingeweihte erkennen die zahlreicheren Seitenstreifen und den etwas abweichenden Fleck auf der Schwanzwurzel. Doch erwachsene Tiere sind unverwechselbar: sie haben Zähne auf den Lippen! Wozu die dienen ist bislang unerforscht.

Jugendliche Riesenguramis aller Arten – außer O. exodon und O. goramy gibt es noch den Rotflossigen Riesengurami O. laticlavius und von Borneo (Mahakam River) den Siebenstreifen-Riesengurami, O. septemfasciatus – sind sehr aggressiv untereinander. Erst wenn sie die Pubertät hinter sich haben – mit 15-20 cm Länge – hören die ständigen Streitereien mit Artgenossen auf. In sehr großen Becken kann man mehrere Jungtiere gemeinsam pflegen, aber auch dort gehören zerrissene Flossen zum Alltag. Wer das nicht möchte zieht Riesenguramis am besten einzeln bis zu einer Größe von 20 cm auf und gewöhnt die Tiere erst dann in einem entsprechend großen Aquarium aneinander.

Erwachsene Riesenguramis sind – ganz im Gegensatz zu den Jungtieren – ziemlich friedlich untereinander. Es sei übrigens noch erwähnt, dass artfremde Fische von Riesenguramis aller Alterstufen üblicherweise ignoriert werden. O. exodon erreichen eine Größe bis ca. 60 cm.

Jungtier des Gewöhnlichen Riesenguramis, O. goramy. In diersem Alter lassen sich die beiden Arten nur sehr schwer unterscheiden.

Eine Bepflanzung von Riesen-Gurami-Becken ist gewöhnlich aussichtslos, da diese Fische Pflanzen als Nahrungsergänzung ansehen.

Frank Schäfer

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Über den Autor Frank Schäfer

Frank Schäfer, geboren 1964, Biologe, seit frühester Jugend Tier- und Pflanzenhalter aus Leidenschaft. Sein besonderes Interesse gilt seit jeher den Fischen, aber Reptilien, Amphibien, Wirbellose, Kleinsäuger und Vögel sowie eine Vielzahl von Pflanzen begeistern ihn ebenso.

Seit 1980 Mitglied im Verein für Aquarien- und Terrarienkunde Hottonia e.V., dort seit 1982 auch immer wieder Vorstandsämter (Gartenwart, Redakteur der Vereinszeitschrift, 1. Schriftführer), seit 1982 Mitglied in der Internationalen Gemeinschaft für Labyrinthfische (IGL), seit 1992 auch im European Anabantoid Club (EAC). Erste Fachartikel über Pflege und Zucht von Puntius vittatus, Macropodus opercularis, Trionyx ferox und Polypterus senegalus in der Hottonia-Post 1981; erste große Fischfangreise in die Tropen 1983 nach Sumatra, worüber anschließend zahlreiche Aufsätze in der Hottonia-Post, der Zeitschrift „Der Makropode“ und „Das Aquarium“ erschienen; von da an regelmäßig Publikationen in vielen aquaristischen Fachzeitschriften, sowohl national wie auch international. Seither außerdem jährlich mehrere Dia-Vorträge auf nationalen und internationalen Tagungen.

Studium der Biologie in Darmstadt von 1984-1989, Abschluss als Diplom-Biologe mit den Prüfungsfächern Zoologie, Botanik, Ökologie und Psychologie. Diplomarbeit bei Prof. Ragnar Kinzelbach zum Thema „Wirtspezifität der Glochidien von Anodonta anatina“.

Zahlreiche Fang-, Sammel- und Studienreisen in das europäische Ausland, die Türkei, Sambia und vor allem Indien; Forschungsschwerpunkt ist die Süßwasserfischfauna des Ganges mit dem Ziel einer kompletten Revision der Arbeit von Francis Hamilton (1822): An account of the fishes found in the river Ganges and its branches. Edinburgh & London. Wissenschaftliche Erstbeschreibung von Oreichthys crenuchoides und gemeinsam mit Ulrich Schliewen von Polypterus mokelembembe. Wissenschaftliche Besuche und kurzzeitige Arbeiten in den zoologischen Sammlungen von London, Paris, Brüssel, Tervueren, Wien, Berlin, Frankfurt und München.

Seit 1996 bis heute Redakteur bei Aqualog und wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Fischbestimmung bei Aquarium Glaser, Rodgau. In dieser Zeit verantwortlich als Autor oder Co-Autor von über 20 Büchern und über 400 größeren Fachartikeln, nicht nur bei Aqualog, sondern bei nahezu allen deutschsprachigen Fachverlagen, vereinzelt auch in internationalen Publikationen. Seit 2009 Betreuung der Homepage und des Newsletters bei Aquarium Glaser mit 3-5 Posts pro Woche. Nach wie vor leidenschaftlicher Tier- und Pflanzenpfleger, quer durch den Gemüsegarten: Aquaristik (Süß- und Seewasser), Terraristik, Teichpflege, Kleinvögel.

Frank Schäfer ist verheiratet und hat zwei Töchter, die 1989 und 1991 geboren wurden.

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