Serrasalmus cf. altispinis

Aus dem Rio Xingu in Brasilien erhielt Aqua­rium Glaser diesen Piranha-Jungfisch von etwa 15 cm Länge. Die restliche Sen­dung be­stand aus Serrasalmus manueli. Die Identi­fi­zie­rung von jugendlichen Piranhas der Gat­tung Serra­salmus ist ausgesprochen schwierig, denn die Artunterschiede sind oft erst bei Exem­plaren über 30 cm Länge deutlich aus­geprägt. Hinzu kommt, dass viele zur Art­diagnose wichtigen Merkmale nur an prä­parierten, toten Tieren zu er­kennen sind. Selbstverständlich tötet man aber kein so kostbares Tier nur zum Zwecke der Artbe­stim­mung. Der Fisch zeigt jedoch viele Überein­stim­mungen mit der erst kürzlich (2000) aus dem Rio Uatuma beschriebenen Art Serrasal­mus altispinis.

Man kann davon aus­gehen, dass es sich bei S. cf. altispinis um einen einzelgänge­risch leben­den Piranha handelt, der sich in der Natur vor allem von Flossen­stücken anderer Fische ernährt. Die Fütterung mit kleinen Futterfischen gestaltet sich jedoch problem­los. Vermutlich wird S. cf. altispinis über 30 cm lang, wenngleich das größte, der wissen­schaft­lichen Beschreibung von S. altispinis zugrunde liegenden Exemplar nur maximal 18,2 cm lang war (ohne Schwanzflosse).

Wie alle Serrasal­mus-Arten ist auch S. cf. altispinis ein Fisch für Spezialisten, die jedoch viel von dem Tier lernen können. Leider scheint S. cf. altispinis im Rio Xingu nur ausnahmsweise dort aufzu­tre­ten, wo gewöhnlich Fische für den Export als Aquarienfische gefangen werden. Denn ob­wohl eine hohe Prämie auf den Fang weiterer Exemplare ausgelobt wurde, ist bislang nur das hier abgebildete Exemplar bekannt geworden.

Frank Schäfer

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Über den Autor Frank Schäfer

Frank Schäfer, geboren 1964, Biologe, seit frühester Jugend Tier- und Pflanzenhalter aus Leidenschaft. Sein besonderes Interesse gilt seit jeher den Fischen, aber Reptilien, Amphibien, Wirbellose, Kleinsäuger und Vögel sowie eine Vielzahl von Pflanzen begeistern ihn ebenso.

Seit 1980 Mitglied im Verein für Aquarien- und Terrarienkunde Hottonia e.V., dort seit 1982 auch immer wieder Vorstandsämter (Gartenwart, Redakteur der Vereinszeitschrift, 1. Schriftführer), seit 1982 Mitglied in der Internationalen Gemeinschaft für Labyrinthfische (IGL), seit 1992 auch im European Anabantoid Club (EAC). Erste Fachartikel über Pflege und Zucht von Puntius vittatus, Macropodus opercularis, Trionyx ferox und Polypterus senegalus in der Hottonia-Post 1981; erste große Fischfangreise in die Tropen 1983 nach Sumatra, worüber anschließend zahlreiche Aufsätze in der Hottonia-Post, der Zeitschrift „Der Makropode“ und „Das Aquarium“ erschienen; von da an regelmäßig Publikationen in vielen aquaristischen Fachzeitschriften, sowohl national wie auch international. Seither außerdem jährlich mehrere Dia-Vorträge auf nationalen und internationalen Tagungen.

Studium der Biologie in Darmstadt von 1984-1989, Abschluss als Diplom-Biologe mit den Prüfungsfächern Zoologie, Botanik, Ökologie und Psychologie. Diplomarbeit bei Prof. Ragnar Kinzelbach zum Thema „Wirtspezifität der Glochidien von Anodonta anatina“.

Zahlreiche Fang-, Sammel- und Studienreisen in das europäische Ausland, die Türkei, Sambia und vor allem Indien; Forschungsschwerpunkt ist die Süßwasserfischfauna des Ganges mit dem Ziel einer kompletten Revision der Arbeit von Francis Hamilton (1822): An account of the fishes found in the river Ganges and its branches. Edinburgh & London. Wissenschaftliche Erstbeschreibung von Oreichthys crenuchoides und gemeinsam mit Ulrich Schliewen von Polypterus mokelembembe. Wissenschaftliche Besuche und kurzzeitige Arbeiten in den zoologischen Sammlungen von London, Paris, Brüssel, Tervueren, Wien, Berlin, Frankfurt und München.

Seit 1996 bis heute Redakteur bei Aqualog und wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Fischbestimmung bei Aquarium Glaser, Rodgau. In dieser Zeit verantwortlich als Autor oder Co-Autor von über 20 Büchern und über 400 größeren Fachartikeln, nicht nur bei Aqualog, sondern bei nahezu allen deutschsprachigen Fachverlagen, vereinzelt auch in internationalen Publikationen. Seit 2009 Betreuung der Homepage und des Newsletters bei Aquarium Glaser mit 3-5 Posts pro Woche. Nach wie vor leidenschaftlicher Tier- und Pflanzenpfleger, quer durch den Gemüsegarten: Aquaristik (Süß- und Seewasser), Terraristik, Teichpflege, Kleinvögel.

Frank Schäfer ist verheiratet und hat zwei Töchter, die 1989 und 1991 geboren wurden.

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