Clibanarius longitarsus – ein Einsiedlerkrebs für Brackwasseraquarien

Diese Einsiedlerkrebse wurden aus Thailand als „Landein­siedler­krebse“ exportiert. Es zeigte sich jedoch sehr schnell, dass diese Tiere nicht zu der Gattung der echten Landeinsiedlerkrebse, also Coeno­bita, gehören konnten. Die korrekte wissenschaftliche Identi­fizie­rung eines Tieres ist die Grundvoraus­set­zung, um es richtig pflegen zu können. Denn in aller Regel gibt es wissenschaftliche Beob­ach­tungen auch von Arten, die noch niemals in menschlicher Obhut gepflegt worden sind.

Bei dem Einsiedlerkrebs handelt es sich um Clibanarius longitarsus (de Haan, 1849). Diese Krebse sind Bewohner der Gezeiten­zone der Mangrove und fallen daher bei Ebbe oft trocken. Es sind jedoch Kiemen­at­mer und die Tiere können daher nicht an Land leben. Wie so viele Mangrove­be­woh­ner sind auch C. longitarsus euryhalin, man pflegt sie jedoch am besten in starkem Brack­wasser von etwa 15‰.

Untereinander und gegen Fische sind die Krebse sehr friedlich, obwohl sie ziemlich groß sind. Das Schneckenhaus des oben abgebildeten Tieres ist gut faustgroß. In der Natur Aasfresser, nehmen sie im Aquarium jedes Frost- und Trockenfutter gerne an. Die Geschlechter kann man bei im Gehäuse sitzenden Tieren nicht unter­scheiden. Die Larven entwickeln sich im Meer. Die Zucht im Aquarium ist durchaus möglich, aber wohl noch nicht versucht worden.

Frank Schäfer

Über den Autor Frank Schäfer

Frank Schäfer, geboren 1964, Biologe, seit frühester Jugend Tier- und Pflanzenhalter aus Leidenschaft. Sein besonderes Interesse gilt seit jeher den Fischen, aber Reptilien, Amphibien, Wirbellose, Kleinsäuger und Vögel sowie eine Vielzahl von Pflanzen begeistern ihn ebenso.

Seit 1980 Mitglied im Verein für Aquarien- und Terrarienkunde Hottonia e.V., dort seit 1982 auch immer wieder Vorstandsämter (Gartenwart, Redakteur der Vereinszeitschrift, 1. Schriftführer), seit 1982 Mitglied in der Internationalen Gemeinschaft für Labyrinthfische (IGL), seit 1992 auch im European Anabantoid Club (EAC). Erste Fachartikel über Pflege und Zucht von Puntius vittatus, Macropodus opercularis, Trionyx ferox und Polypterus senegalus in der Hottonia-Post 1981; erste große Fischfangreise in die Tropen 1983 nach Sumatra, worüber anschließend zahlreiche Aufsätze in der Hottonia-Post, der Zeitschrift „Der Makropode“ und „Das Aquarium“ erschienen; von da an regelmäßig Publikationen in vielen aquaristischen Fachzeitschriften, sowohl national wie auch international. Seither außerdem jährlich mehrere Dia-Vorträge auf nationalen und internationalen Tagungen.

Studium der Biologie in Darmstadt von 1984-1989, Abschluss als Diplom-Biologe mit den Prüfungsfächern Zoologie, Botanik, Ökologie und Psychologie. Diplomarbeit bei Prof. Ragnar Kinzelbach zum Thema „Wirtspezifität der Glochidien von Anodonta anatina“.

Zahlreiche Fang-, Sammel- und Studienreisen in das europäische Ausland, die Türkei, Sambia und vor allem Indien; Forschungsschwerpunkt ist die Süßwasserfischfauna des Ganges mit dem Ziel einer kompletten Revision der Arbeit von Francis Hamilton (1822): An account of the fishes found in the river Ganges and its branches. Edinburgh & London. Wissenschaftliche Erstbeschreibung von Oreichthys crenuchoides und gemeinsam mit Ulrich Schliewen von Polypterus mokelembembe. Wissenschaftliche Besuche und kurzzeitige Arbeiten in den zoologischen Sammlungen von London, Paris, Brüssel, Tervueren, Wien, Berlin, Frankfurt und München.

Seit 1996 bis heute Redakteur bei Aqualog und wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Fischbestimmung bei Aquarium Glaser, Rodgau. In dieser Zeit verantwortlich als Autor oder Co-Autor von über 20 Büchern und über 400 größeren Fachartikeln, nicht nur bei Aqualog, sondern bei nahezu allen deutschsprachigen Fachverlagen, vereinzelt auch in internationalen Publikationen. Seit 2009 Betreuung der Homepage und des Newsletters bei Aquarium Glaser mit 3-5 Posts pro Woche. Nach wie vor leidenschaftlicher Tier- und Pflanzenpfleger, quer durch den Gemüsegarten: Aquaristik (Süß- und Seewasser), Terraristik, Teichpflege, Kleinvögel.

Frank Schäfer ist verheiratet und hat zwei Töchter, die 1989 und 1991 geboren wurden.

Ein Kommentar zu “Clibanarius longitarsus – ein Einsiedlerkrebs für Brackwasseraquarien

  1. Lisa

    Wunderschöne Lebewesen! Vielen Dank für den informativen Beitrag! 🙂 Brackwasser-Aquarien finde ich generell sehr interessant und werde mich da mal weiter einlesen!

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