Takydromus smaragdinus

Eine richtige Kostbarkeit unter den Terrarientieren aus Japan ist Takydromus smaragdinus. Es sind zierliche, wunderschön gefärbte Eidechsen, die ihren Namen „Lang­schwanzechsen“ sehr zu Recht tragen. Ein weiterer Name ist „Schnelläufer“. Und auch dieser Name passt, denn es sind äußerst flinke Tierchen.

Trotz ihrer Kleinheit (die Gesamtlänge kann zwar um die 15 cm liegen, doch der Körper ist kaum 5 cm lang) darf deshalb das Terrarium nicht zu klein gewählt werden. Speziell T. smaragdinus ist eine Art, die gerne klettert, deswegen sollte das Terrarium mindestens 70 cm hoch sein. Auch aus einem anderen Grunde darf das Terrarium nicht zu klein sein. Denn T. smarag­dinus braucht einerseits ein halbfeuchtes Terrarium, bei dem die relative Luft­feuchtigkeit nicht unter 60% sinken darf, andererseits braucht er trockene Sonnen­plätze, wo die Temperatur etwa 35°C tags­über erreicht. Diese realisiert man mit einem Spotstrahler.

Damit nun weder das gesamte Terrarium zu schnell austrocknet noch die Temperatur zu stark ansteigt (die Pflege­temperatur außerhalb des Sonnen­platzes sollte um 24°C liegen; nachts muss sie deutlich absinken, 18°C sollte man versu­chen zu erreichen), braucht man ein gewisses Volumen. Für die kleinen Echsen selbst wären selbstverständlich auch kleinere Terrarien möglich.

Die schöne smaragdgrüne Färbung zeigen nur die Männchen, die Weibchen haben einen braunen Rücken. Da die Männchen untereinander auf Dauer sehr unverträglich sein können, pflegt man die Echsen paarweise oder ein Männchen mit mehreren Weibchen. Die Fortpflanzung erfolgt durch Eier. Wie die allermeisten Eidechsen fressen auch die Takydromus-Arten hauptsächlich Glieder­tiere, also in der Praxis kleine Heimchen und Drosophila-Fliegen. Da diese winzigen Futtertiere wahre Ausbruchs­künstler sind, muss man das Terrarium für Takydromus ähnlich konzipieren, wie es beispielsweise für Pfeilgiftfrösche (Dendro­baten) in der Literatur beschrieben wird.

Frank Schäfer

Über den Autor Frank Schäfer

Frank Schäfer, geboren 1964, Biologe, seit frühester Jugend Tier- und Pflanzenhalter aus Leidenschaft. Sein besonderes Interesse gilt seit jeher den Fischen, aber Reptilien, Amphibien, Wirbellose, Kleinsäuger und Vögel sowie eine Vielzahl von Pflanzen begeistern ihn ebenso.

Seit 1980 Mitglied im Verein für Aquarien- und Terrarienkunde Hottonia e.V., dort seit 1982 auch immer wieder Vorstandsämter (Gartenwart, Redakteur der Vereinszeitschrift, 1. Schriftführer), seit 1982 Mitglied in der Internationalen Gemeinschaft für Labyrinthfische (IGL), seit 1992 auch im European Anabantoid Club (EAC). Erste Fachartikel über Pflege und Zucht von Puntius vittatus, Macropodus opercularis, Trionyx ferox und Polypterus senegalus in der Hottonia-Post 1981; erste große Fischfangreise in die Tropen 1983 nach Sumatra, worüber anschließend zahlreiche Aufsätze in der Hottonia-Post, der Zeitschrift „Der Makropode“ und „Das Aquarium“ erschienen; von da an regelmäßig Publikationen in vielen aquaristischen Fachzeitschriften, sowohl national wie auch international. Seither außerdem jährlich mehrere Dia-Vorträge auf nationalen und internationalen Tagungen.

Studium der Biologie in Darmstadt von 1984-1989, Abschluss als Diplom-Biologe mit den Prüfungsfächern Zoologie, Botanik, Ökologie und Psychologie. Diplomarbeit bei Prof. Ragnar Kinzelbach zum Thema „Wirtspezifität der Glochidien von Anodonta anatina“.

Zahlreiche Fang-, Sammel- und Studienreisen in das europäische Ausland, die Türkei, Sambia und vor allem Indien; Forschungsschwerpunkt ist die Süßwasserfischfauna des Ganges mit dem Ziel einer kompletten Revision der Arbeit von Francis Hamilton (1822): An account of the fishes found in the river Ganges and its branches. Edinburgh & London. Wissenschaftliche Erstbeschreibung von Oreichthys crenuchoides und gemeinsam mit Ulrich Schliewen von Polypterus mokelembembe. Wissenschaftliche Besuche und kurzzeitige Arbeiten in den zoologischen Sammlungen von London, Paris, Brüssel, Tervueren, Wien, Berlin, Frankfurt und München.

Seit 1996 bis heute Redakteur bei Aqualog und wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Fischbestimmung bei Aquarium Glaser, Rodgau. In dieser Zeit verantwortlich als Autor oder Co-Autor von über 20 Büchern und über 400 größeren Fachartikeln, nicht nur bei Aqualog, sondern bei nahezu allen deutschsprachigen Fachverlagen, vereinzelt auch in internationalen Publikationen. Seit 2009 Betreuung der Homepage und des Newsletters bei Aquarium Glaser mit 3-5 Posts pro Woche. Nach wie vor leidenschaftlicher Tier- und Pflanzenpfleger, quer durch den Gemüsegarten: Aquaristik (Süß- und Seewasser), Terraristik, Teichpflege, Kleinvögel.

Frank Schäfer ist verheiratet und hat zwei Töchter, die 1989 und 1991 geboren wurden.

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