Top Importe November 2016

Wie jeden Monat präsentieren wir Ihnen die Top-Importe mit freundlicher Unterstützung vom weltbekannten Großhändler für tropische Süßwasserfische – Aquarium Glaser!

Pipa parva
Die Zwergwabenkröte aus Venezuela ist eine echte Rarität im Aquarium. Aquarium Glaser hat einen Züchter, der Ihnen gelegentlich einige Tiere anbieten kann. Auf den ersten Blick erinnern die netten Tiere an Zwergkrallenfrösche (Hymenochirus), von denen man sie aber immer sicher an den verzweigten Fingerspitzen – typische für alle Pipa-Arten – unterscheiden kann:



Orthosternarchus tamandua
Unter den südamerikanischen Messerfischen gibt es sowieso schon skurrile Gestalten, aber den Gipfel stellt wohl Orthosternarchus tamandua dar, den Aquarium Glaser zuletzt in vier 30-35 cm langen Exemplaren aus Peru importieren konnten. Die Maximallänge des Tieres liegt bei etwa 45 cm.

 


Hemirhamphodon tengah
Im November erhielt Aquarium Glaser zudem einige wenige Wildfänge dieses interessanten, eierlegenden Halbschnäblers von Borneo:


Benitochromis nigrodorsalis
In ganz kleiner Stückzahl konnte Aquarium Glaser eine Top-Rarität unter den westafrikanischen Cichliden als deutsche Nachzucht anbieten: Benitochromis nigrodorsalis. Diese Art wurde erst 2001 wissenschaftlich beschrieben und stammt aus Kamerun und von der Insel Fernando Poo. Vor ihrer wissenschaftlichen Beschreibung kannte man die Fische im Hobby unter der Bezeichnung „Chromidotilapia finleyi Moliwe“. Sie wird rund 12 cm lang.
Benitochromis sind enge Verwandte der Pelvicachromis-Arten und im Verhalten mit diesen friedlichen und schönen Buntbarschen vergleichbar. Im Gegensatz zu Pelvicachromis, die bekanntlich Höhlenbrüter sind, sind Benitochromis-Arten biparentale, ovophile Maulbrüter, d.h. beide Elterntiere beteiligen sich gleichberechtigt an der Maulbrutpflege, wobei die Eier und Larven mehrmals täglich von einem Elternteil an das andere übergeben werden. Die Eier werden unmittelbar nach dem Ablaichen ins Maul genommen (=ovophil):

 

 


Aphanius vladykovi BOLDAJI und A. anatoliae
Die in Europa, Nordafrika und Asien vorkommenden Killifische der Gattung Aphanius müssen in der Aquaristik leider als ausgesprochene Raritäten gelten. Sie tauchen so gut wie nie im Handel auf. Leider sind etliche der derzeit akzeptierten 22 Arten und Unterarten durch Biotopzerstörung vom Aussterben bedroht. Darum haben sich einige Spezialisten der Erhaltungszucht verschrieben. Und so kam auch Aq. Glaser zu einigen Exemplaren mehrerer Arten.
Aphanius vladykovi kommt in der Natur nur in einem kleinen Gebiet im Iran vor, der Fundort des Stammes, den Aquarium Glaser anbieten könnte, ist Boldaji. Dieser wunderschöne Fisch wird etwa 5-6 cm lang und gehört zu den relativ leicht zu pflegenden Arten. Viele Aphanius-Arten gedeihen im Zimmeraquarium nicht so recht, sie brauchen die wechselnden Temperaturen im Freiland, manchmal auch Salz und das natürliche Sonnenlicht.
Doch A. vladykovi ist diesbezüglich relativ anspruchslos. Man pflegt die Art am besten im Trupp in einem möglichst großen, gut bepflanzten Aquarium. Dann kann man sich an den herrlichen Balzspielen und Rivalitäten der Männchen erfreuen. Da die Temperaturtoleranz groß ist (zwischen 12 und 32°C) kann man den Tieren auch gut eine Sommerfrische im Freiland gewähren, aus der sie besonders kräftig und gut gefärbt in das Aquarium zurückkehren.
Genauso zu pflegen ist der Anatolische Kärpfling, A. anatoliae. Diese Art ist vergleichsweise weit in der Türkei verbreitet und früher wurden viele verschiedene Unterarten beschrieben. Inzwischen glaubt man aber, dass die Unterschiede eher auf die lokalen Lebensbedingungen als auf genetische Unterschiede zurückzuführen sind.

 

 


Laevimon kottelati
Erstmals überhaupt konnte Aq. Glaser einige wenige Exemplare der Süßwasserkrabbe Laevimon kottelati importieren. Diese interessante und hübsche Krabbe hat eine Panzerbreite von ca. 4,5 cm und kommt ausschließlich in Vietnam vor, wo sie 1998 entdeckt und 2005 wissenschaftlich als neue Art in einer neuen Gattung beschrieben wurde. Sie lebt amphibisch am Ufer von kleinen Flüssen. Die hier geposteten Lebendfotos sind die ersten und einzigen, die unseres Wissens von der Art existieren.

 


Pimelodus tetramerus
Die Gattung Pimelodus ist mit derzeit 34 anerkannten Arten ziemlich artenreich und aufgrund einer fehlenden, neueren Revision auch sehr unübersichtlich. Aquaristisch spielen diese südamerkanischen Welse nur eine geringe Rolle. Die einzige regelmäßig im Handel verfügbare Art ist Pimelodus pictus, der Engelswels, und P. ornatus ist eine teure, von Spezialisten begehrte Rarität. Andere Arten tauchen dann und wann zwar in kleinen Stückzahlen im Handel auf, sind aber ohne Bedeutung. Mit der Art, die Aquarium Glaser aus Venezuela importieren konnten, könnte sich das Spektrum um eine weitere Art vermehren, denn die Tiere sind sehr attraktiv: Pimelodus tetramerus.
Die Art wurde 2006 aus Brasilien beschrieben, doch stimmen unsere Tiere mit den in der Originalbeschreibung angegebenen Farbmerkmalen so perfekt überein, dass es bezüglich ihrer Identität kaum Zweifel gibt. P. tetramerus wird etwa 20 cm lang.
Pimelodus-Arten sind im Gegensatz zu vielen anderen Welsen auch tagsüber aktiv. Zumindest als Jungfische sind es ausgesprochene Schwarmfische, man sollte darum immer gleich 5-10 Exemplare erwerben. Gegenüber anderen Fischen sind sie völlig friedlich, zu kleine Mitbewohner werden aber selbstverständlich als Nahrung angesehen. Bezüglich der Ernährung sind Pimelodus ebenso anspruchlos wie bezüglich der Wasserwerte, weshalb auch Anfänger ihre Freude an diesen schönen Fischen haben können.

 


Hemichromis sp. Red Gabun
Rote Cichliden sind wundervolle Fische, deren Farbenpracht kaum zu überbieten ist. Zudem zeigen sie ein interessantes Verhalten. Sie bilden eine Elternfamilie und Vater und Mutter betreuen gemeinsam die Jungtiere, was immer wieder ein faszinierendes Schauspiel ist. Der einzige Wermutstropfen: Rote Cichliden können arg garstig zu Mitbewohnern werden, besonders, wenn sie Junge führen. Dabei ist der Grad der Aggressivität sowohl individuell wie auch in Abhängigkeit des jeweiligen Stammes unterschiedlich.
Hemichromis sp. Red Gabun wird – rein technisch gesehen – zur Art Hemichromis stellifer gezählt. Es bestehen jedoch starke farbliche Unterschiede zu den H. stellifer aus dem Kongo (H. stellifer ist aus dem Kongo beschrieben), weshalb vorsichtige Menschen lieber von „sp. Gabun“ sprechen. Der vorliegende Stamm – es handelt sich um deutsche Nachzuchten – ist unglaublich farbenfroh und dabei vergleichsweise friedlich. Das erkennt man daran, dass selbst in Aquarium Glasers relativ dicht besetzten Aquarien noch nicht einmal leichte Flossenschäden zu beobachten sind.

 

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