Entomocorus radiosus Reis & Borges, 2006

Bei dieser Art handelt es sich um einen Vertreter der als Trugdorn­welse bezeichneten Familie Auchenipter­idae. Auch wenn diese Fische nicht zum Standard­sortiment jedes Zoofach­ge­schäftes zählen, bietet die Familie derzeit immerhin 123 gültige Arten in 22 Gattungen, von denen die Mehrzahl auch schon in Form der einen oder anderen Art für die Aquaristik eingeführt worden sind.

Das Männchen von Entomocorus radiosus. Besonders auffällig ist die markante Verlängerung der Bauchflossen.

Eine davon ist Entomocorus von der bisher vor allem E. benjamini und E. gameroi leidlich bekannte Gattungsver­treter im Hobby sind, die dritte Art, E. melaphareus, scheint noch nicht importiert worden zu sein. Dafür aber eine Art, die seit mehr als 10 Jahren aus dem Einzug des Rio Paraguay aus Brasilien exportiert wird. Aufgrund der mar­kanten Zeichnung in der Schwanz­flosse war schon immer klar, dass sie etwas Neues ist. Reis & Borges haben ihr mit Entomocorus radiosus den gültigen wissen­schaft­lichen Namen gegeben. Der Name ‘radiosus’ kommt vom lateinischen ‘radius’, das in diesem Fall Flossenstrahlen bedeutet und auf die besonders vielen Afterflossen­strah­len der Art verweist.

Das Weibchen von Entomocorus radiosus unterscheidet sich in der Beflossung krass vom Männchen.

Bei allen  vier bekannten Ento­mocorus ist die Zeichnung in der Schwanzflosse ein sicheres Merkmal um sie voneinander zu unterscheiden. Nur bei E. radiosus sind beide Lappen gleich­mäßig schwarz. Bei E. benja­mini ist es nur die obere Hälfte, während die hintere Kante der unteren Hälfte lediglich schwarz gesäumt ist. E. melaphareus hat gar nur den Zipfel des oberen Schwanzflossen­lappens gezeich­net und E. gameroi ist mit einem schwarzen Streifen, quer durch den oberen Lappen, nochmals auffällig anders.

Trugdornwelse und besonders Entomo­corus besitzen einen markanten Ge­schlechts­dimorphismus. Transfor­mier­te Männchen von E. radiosus haben ver­längerte Strahlen in der Rücken-, vor allem aber in der Bauch­flosse. Allerdings sind es die ebenfalls umge­wandelten ersten Strahlen der Afterflosse, die ein Begattungsorgan bilden und bei diesen Welsen eine innere Befruchtung der Weibchen gewährleisten. Die Nachzucht von Entomocorus-Arten im Aquarium ist bereits gelungen (siehe Franke & Franke, 1996).

Kurt F. Dreimätz

Literatur:

Franke, E. & H.-J. Franke (1996): Erstzucht von Schlafwelsen. Über eine Entomocorus-Art vom Rio Orituco. TI-Magazin, No. 131, 28 (5): 11-13.

Reis, R. E. & Borges, T. A. K. (2006): The South American Catfish Genus Entomocorus (Ostariophysi: Siluriformes: Auchenipteridae), with the Description of a New Species from the Paraguay River Basin. Copeia, 2006 (3): 412-422.

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