Kardinalbarsche – faszinierend und schön!

Kardinalbarsche kann man als ideale Meerwasserfische für Aquarien bezeich­nen. Sie sind farbenfroh, zeigen ein interessantes Verhalten, bleiben handlich klein, sind wenig krankheitsanfällig, ignorieren sessile Wirbellose und sind von Haus aus Energiesparfische, da sie wenig Licht benötigen. Was will man mehr?

Zoramia leptacantha wird regelmäßig importiert. Man sollte sie, wie alle Arten, im Schwarm pflegen.

Meerwasseraquarianer und Süßwasser­aquarianer sind oft sehr auf ihre Richtung der Aquaristik eingeschworen: Meerwasseraquarianer pflegen meist keine Süßwasseraquarien und umgekehrt. Dabei steht für sehr viele Süßwasseraquarianer nach wie vor das Argument, Meerwasserfische seien nicht oder nur mit großem Aufwand in Privataquarien nachzüchtbar, im Vordergrund. Und die Nachzucht ist für diesen Personen­kreis nun einmal die Krönung der Fischpflege. Kardinalbarsche eignen sich als ideale Um­steigerfische, denn zumindest eine Art, Pterapogon kauderni, ist auch nicht schwie­riger nachzuzüchten als ein einfach zücht­barer Süßwasserfisch und die Nach­zuchten wird man zudem immer leicht absetzen können.

Kardinalbarsche – eine Übersicht

Meerbarbenkönig, Apogon imberbis, aus dem Mittelmeer.

Kardinalbarsche stellenen eine Familie der Barschartigen Fische dar, wissenschaftlich heißt die Familie Apogonidae. Man unter­scheidet aktuell fast 350 verschiedene Arten, die sich auf 33 Gattungen verteilen. Die größte Art der Kardinalbarsche wird etwa 20 cm lang, doch bleiben die allermeisten deutlich unter 10 cm Gesamtlänge. Schon aus diesem Grunde eignen sich die meisten Arten gut für eine dauerhafte Pflege im Aquarium. Fast alle Kardinalbarsche leben im Meer; nur eine Gattung, Glossamia, mit 11 Arten, die allesamt auf Neu-Guinea und Australien beschränkt sind, lebt ausschließlich im Süß­wasser. Es gibt auch einige wenige euryhaline Arten, also Fische, die sowohl im Meer wie auch im Süßwasser leben können; eine davon, nämlich Apogon amboinensis, wird gelegentlich, wenn auch sehr selten, als Aquarienfisch für Süßwasseraquarien impor­tiert. Wir stellen Ihnen diese Art hier mit ausführlicher Bildunterschrift vor.

Die meisten Süßwasser-Kardinalbarsche leben in Australien und Neuguinea. Sie gehören zur Gattung Glossamia und werden nicht importiert. Eine Art der Gattung Apogon, der hier im Bild vorgestellte Apogon amboinensis, kommt aber sehr weit verbreitet in Ostafrika und Südostasien vor. Das Photo zeigt ein Tier aus Thailand. A. amboinensis ist eigentlich ein Brackwasserfisch, wird aber oft in reinem Süßwasser gefunden. Apogon amboinensis erinnert ein wenig an die im Aquarium recht beliebten Glasbarsche der Gattung Parambassis. Sein Maulbrüterverhalten lässt ihn aber viel interessanter erscheinen. Bis heute weiß man, wie bei den meisten Kardinalbarschen, praktisch nichts über Details der Lebensgeschichte dieser Art. Es gibt aber Vermutungen, dass A.amboinensis zu den Arten mit relativ wenigen, aber großen Eiern gehört. Dann wären von einem Zuchtpaar dieser etwa 7 cm lang werdenden Art zwischen 200 und 300 Jungtiere pro Brut zu erwarten.

Ihren deutschen Populärnamen haben die Kardinalbarsche von der einzigen ursprüng­lich im Mittelmeer heimischen Art, dem Meerbarbenkönig, Apogon imberbis. Sein rotes Fräcklein erinnerte offenbar sehr an die Tracht der kirchlichen Würdenträger. Sein individueller Populärname kommt von der legendenhaften Vorstellung, dieser Fisch sei der Herrscher über die Rote Meerbarbe (Mullus barbatulus), einem der begehrtesten Speisefische der alten Römer. Sogar der wis­senschaftliche Gattungsname spielt auf diese Legende an, denn ”Apogon” bedeutet ”ohne Bartel” – eben im Vergleich zur Meerbarbe mit ihren zwei beweglichen Kinnbarteln. Kardinalbarsche kommen in allen warmen Meeren der Erde vor. Im Mittelmeer lebte ursprünglich nur die schon erwähnte Art A. imberbis, doch sind zwischenzeitlich eine ganze Reihe von Arten über den Suez-Kanal vom Roten Meer in das Mittelmeer einge­wandert, sind also so genannte Lessepssche Migranten (nach dem Ingenieur Lesseps, unter dessen Leitung der Suez-Kanal 1869 er­öffnet wurde): Apogon queketti, A. smithi, Apogonichthyoides nigripinnis, A. pharaonis, A. taeniatus und Ostorhinchus fasciatus. Der Einfluss dieser Neubürger, der Fachausdruck lautet: Neozoen – auf die ursprüngliche Fauna des Mittelmeeres ist noch nicht bekannt. Allerdings ist der Pharaonen-Kardinalbarsch (Apogonichthyoides pharaonis) ein direkter Raumkonkurrent zu Apogon imberbis und die Bestände von A. pharaonis wachsen bestän­dig an (Oral, 2010). Der Meerbarben­könig gilt aber nach wie vor als häufige, nicht ge­fähr­dete Art; es bleibt abzuwarten, wie sehr sich A. pharaonis den niedrigen Temperaturen im westlichen Mittelmeer anpassen kann. Vorerst beschränkt sich sein Vorkommen auf das östliche Mittelmeer.

Ungewöhnliches Zusammenleben

Diademsseigel

Pterapogon kauderni, der Banggai-Kardinal­barsch, ist der vermutlich am leichtesten nachzüchtbare Meeresfisch überhaupt.

Von vielen Kardinalbarsch-Arten ist bekannt, dass sie mit anderen Tieren in engerer Gemeinschaft leben. So besiedeln etliche Arten die giftigen, langen Stacheln der Seeigel der Gattung Diadema. Besonders bekannt für diese Lebensgemeinschaft ist der schon mehrfach erwähnte Banggai-Kardi­nalbarsch (Pterapogon kauderni), doch am höchsten spezialisiert auf diesen Partner ist wohl Ostorhinchus chrysotaenia; dieser Kardi­nalbarsch wurde sogar dabei beob­achtet, dass er den Seeigel putzte. Dabei handelt es sich also wohl um eine echte Symbiose zum gegenseitigen Vorteil, während man das Benutzen der Seeigel durch andere Kardinal­barsche, ohne dass der Seeigel etwas davon hat, als Kommen­salismus bezeichnet. In der Karibik gibt es Kardinalbarsche (Astra­pogon stellatus), die in der Mantelhöhle lebender Riesenschnecken der Art Lobatus gigas (früher: Strombus gigas) leben. Eine eng verwandte Art, Astrapogon puncticulatus, lebt in Schalen toter Schnecken, ähnlich wie man das auch von manchen Buntbarschen des Tanganjikasees kennt. Die Liste der kommensalischen Lebens­gemeinschaften zwischen Kardinalbarschen und Wirbellosen ist lang: der karibische Apogon quadrisquamatus lebt wie Clown­fische mit Anemonen, allerdings höhlen- und spaltenbewohnenden Arten. Die ebenfalls karibischen Arten der Gattung Phaeoptyx leben mit Seesternen und Gorgonen­häuptern, die indopazifische Arten der Gattung Siphamia mit den giftigen Dornen­kronen-Seesternen und Seeigeln. Etliche Arten, darunter die häufig importierten Faden-Kardinalbarsche Zoramia leptacantha (früher: Apogon leptacanthus) leben auch zwischen Korallenstöcken. Als Korallenfische im eigentlichen Sinne, also Arten, die immer oder doch regelmäßig mit Koral­len­riffen assoziiert sind, gelten nur etwa 15 karibische Arten und rund 80 indo­pazi­fische Arten.

Höhlenbewohner

Apogon maculatus ist einer der häufigsten Fische der Karibik. Er sollte wegen seiner geringen Eizahl auch im Aquarium gut nachzüchtbar sein.

Ganz generell sind Kardinalbarsche als Tiere anzusprechen, die tagsüber bevorzugt in Höhlen oder anderen Unterständen leben. Erst in der Dämmerung entfernen sie sich weiter von ihren Verstecken. Dabei sind die Kardinalbarsche aber nicht sehr spezialisiert. Die beiden Arten der Gattung Sphaeramia, nämlich der Pyjama-Kardinalbarsch S. nema­toptera und der Gürtel-Kardinalbarsch S. orbi­cularis, sind bekannt dafür, ihr Leben in der Mangrove zu verbringen. Die Tiere leben aber auch gerne in etwas trübem Wasser, etwa in Hafenanlagen.

Jungfische von Sphaeramia nematoptera sind wirklich wunderschön gefärbt….

…. doch auch voll erwachsen (die Art wird etwa 8 cm lang) können sie sich sehen lassen.

Eine Anpassung an das Leben im trüben und dunklen Wasser ist auch die Symbiose mit Leuchtbakterien, die viele kleine Kardinalbarsche zeigen und die ihnen die Fähigkeit verleiht, im Dunklen zu leuchten (man nennt das Bioluminiszenz). Leider sind diese Arten (sie gehören zu den Gattungen Siphamia und Acropoma, darüber hinaus sind Arten der Gattungen Pempheris, Parapriacan­thus, Archamia, Jaydia und Rhabdamia zu Bioluminiszenz ohne symbiontische Bak­terien befähigt) meines Wissens noch nicht importiert worden. Ein Spezialaquarium mit diesen kleinen Fischen müsste nachts faszinierend aussehen! Kardinalbarsche tolerieren zwar die starke Beleuchtung moderner Riffaquarien, benö­tigen sie aber in keinster Weise. Darum kann man sie getrost als ”Energiesparfische” einstu­fen, denn die Aquarienbeleuchtung über einem Kardinalbarschaquarium richtet sich nur nach den Bedürfnissen des Pflegers, den Fischen ist sie ziemlich egal.

Sozialverhalten

Die Bestimmung von Kardinalbarschen ist oft eine kniffelige Angelegenheit. Viele Arten sehen sich außerordentlich ähnlich, hier z.B. Ostorhinchus sealei (oben) und O. chryso­pomus (unten).

Grundsätzlich findet man die Mehrzahl der Kardinalbarsche in der Natur in größeren Gruppen. Besonders die kleinen Arten nutzen die relative Sicherheit des Schwarmes. Aus den Gruppen finden sich Paare, die zur Fortpflanzungszeit gemeinsam Wohnhöhlen beziehen. Im Aquarium halten die Paare, z. B. vom Banggai-Kardinalbarsch, viele Jahre zusammen und spielen sich in ihrem Fort­pflanzungsverhalten immer besser aufei­nander ein. Im Aquarium kann man auch oft beobachten, dass Weibchen nach dem Ablaichen sich weiter nahe beim brütenden Männchen aufhalten. In der Natur sind solche Beo­b­achtungen aus naheliegenden Gründen nur sehr schwer möglich. Zumindest bei Apogon notatus bleibt das Weibchen nach dem Ablaichen in der Wohnhöhle, das brütende Männchen macht sich jedoch oft davon und schließt sich einem Schwarm von Art­ge­nossen an. Das Weibchen lockt ein beliebiges anderes Männchen in die Wohnhöhle (das kann auch ein brütendes Männchen sein) und laicht mit diesem Männchen bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit ab. Gattentreue scheint also eher ein Aquarien­artefakt zu sein als eine typische Verhaltens­weise – zumindest bei Kardinalbarschen.

Fortpflanzungsverhalten

Soweit bislang bekannt sind alle Kardinal­barsche Maulbrüter im männlichen Ge­schlecht. Aber selbstverständlich ist nur ein ganz kleiner Teil der existierenden Kardinal­barscharten auch wirklich so gut bekannt, dass man über ihr Fortpflanzungsverhalten überhaupt Aussagen machen kann. Selbst so spannende Details wie die Frage, wie die Befruchtung der Eiballen im Maul der Männchen stattfindet, sind bis heute nur unzureichend untersucht. Intensive Beobach­tungen des Ablaichverhaltens des Meer­barben­königs im Aquarium von Monaco durch J. Garnaud in den 1960er Jahren wurden so interpretiert, dass die Tiere eine innere Befruchtung hätten. Denn die Weibchen der Kardinalbarsche legen ihre Eier auf einen Schlag in großen Ballen ab, die Männchen nehmen diese Eiballen binnen weniger Sekunden auf, ohne dass ein Befruchtungsakt zu beobachten wäre. Die wahrscheinlichere Erklärung besteht jedoch darin, dass die Männchen erst nach der Aufnahme der Eiballen ihre Spermien abgeben und dass das aufgeregte und auffällige Schwimmen der Weibchen nach der Aufnahme der Eiballen durch das Männchen um das Männchen herum dazu dient, das Atemwasser des Männchens so mit Spermien anzureichern, so dass die Befruch­tung der Eier im Maul der Männchen erfolgen kann (Kuwamura, 1983). Auch wenn die Vermutung der inneren Befruchtung beim Meerbarbenkönig nach wie vor selbst in der aktuellsten Literatur zu finden ist bzw. als Tatsache geschildert wird, so deuten neuere Untersuchen doch eher darauf hin, dass diese These nicht aufrecht zu erhalten ist (Petersen et al. 2005), zumal die männlichen Kardinal­barsche über keinerlei anatomische Struk­turen verfügen, die eine solche innere Be­fruch­tung ermöglichen könnten.

Ostorhinchus parvulus sind entzückende Zwerge, sie werden nur etwa 3-4 cm lang.

Der hübsche Ostorhinchus margaritophorus wird etwas größer, nämlich 6,5 cm

Fruchtbare Fische

Oben: Brütendes Männchen, unten: Weibchen von Zoramia leptacantha. Die Art wird etwa 6 cm lang.

Kardinalbarsche sind im allgemeinen sehr häufig und nicht nur weit verbreitet, sondern auch in individuenreichen Beständen vertre­ten. Dabei gibt es bezüglich der Nachkom­menzahlen höchst unterschiedliche Strate­gien. Der nur 7-9 cm lange Apogon notatus hat z. B. Eiballen mit mehreren tausend Eiern, das andere Extrem stellt Pterapogon kauderni, der Banggai-Kardinalbarsch, dar, der durchschnitt­lich nur etwa 24 Jungtiere pro Gelege und 170 Jungtiere pro Jahr hervorbringt (Mai, 2004). Der Banggai-Kardinalbarsch hat aber auch eines der kleinsten natürlichen Verbreitungs­ge­biete eines tropischen Meeresfisches über­haupt, stellt also in fast jeder Hinsicht eine Ausnahme dar. Zwischen diesen beiden Fortpflanzungs­typen gibt es allerlei Übergänge. Ostorhinchus rueppellii hat z. B. relativ große und damit wenige Eier (50-280). Hier eine Übersicht über die bislang publizierten Gelegegrößen (nach Neira, 1991): Apogon affinis, Größe der Elterntiere 5,5-9 cm, 21.000 Eier pro Laichballen Apogon imberbis, Größe der Elterntiere nicht angegeben (die Art wird maximal 15 cm lang), 22.000 Eier pro Laichballen Apogon lineatus, Größe der Elterntiere 5,5 – 8,5 cm, 3.200 -13.250 Eier pro Laichballen Apogon maculatus, Größe der Elterntiere ca. 6 cm, 75-100 Eier pro Laichballen. Ostorhinchus rueppellii, Größe der Elterntiere 4,5 – 8,5 cm, 50-280 Eier pro Laichballen. Sphaeramia orbicularis, Größe der Elterntiere 7-9 cm, 6.100-11.700 Eier pro Laichballen. Vincentia conspersa, Größe der Elterntiere 9,5 cm, 150 Eier pro Laichballen. Bei manchen Arten, etwa Sphaeramia orbicularis, lässt sich in der Natur ein Zu­sammenhang des Fortpflanzungsver­haltens mit Mondphasen erkennen, bei anderen aber nicht. Die Brutdauer variiert von 8 Tagen (bei 27-30°C) bei Sphaeramia orbicularis bis zu 28 Tagen bei Pterapogon kauderni. Wenn man bedenkt, dass es wirklich sehr viele Arten von Kardinalbarschen gibt und wohl jede davon ihre speziellen Eigenarten hat, er­öff­net sich hier ein weites Feld für experi­men­tierfreudige Aquarianer mit Zucht­ambi­tionen.

Kardinalbarsche im Aquarium

 

Ostorhinchus hartzfeldii ist mit maximal 12 cm Länge eine der größeren Arten der Kardinalbarsche.

Man kann Kardinalbarsche guten Gewissens als Einsteigerfische für Meerwasseraquarianer bezeichnen. Sie stellen keine besonders hohen Ansprüche an die Wasserqualität und sind nicht sonderlich anfällig für Krankheiten. Fast alle Kardinalbarsche fressen bevorzugt kleine Krebstiere. Mit Frostfutter (Mysis, Gammarus, Artemia etc.) kann man sie problemlos ernähren. Selbstverständlich fressen Kardinalbarsche auch mundgerechte kleine Fische und Garnelen, diesbezüglich muss man also Vorsicht bei der Verge­sell­schaftung walten lassen. Aber Korallen, Ane­monen und alle weiteren festsitzenden (= ses­silen) Wirbellosen sowie Stachelhäuter (Seesterne, Seeigel etc.) haben von Kardinal­bar­schen nichts zu befürchten. Am besten kauft man von vornherein einen Trupp von 8-12 Exemplaren. Ähnlich wie bei vielen anderen Barschartigen sind die innerartlichen Aggressionen in großen Gruppen wesentlich geringer als wenn man nur wenige Exemplare pflegt.

Geschlechtsunterschiede

Cheilodipterus quinquelineatus wird etwa 13 cm lang. Das Weibchen hat weniger Gelb am Schwanzstiel.

Natürlich ist es für eine erfolgreiche Zucht entscheidend, dass man Tiere beiderlei Ge­schlechts besitzt. Es gibt allerdings nur relativ wenige sichere Geschlechts­unter­schiede bei Kardinalbarschen. In der Regel haben die Männchen größere Köpfe, eine größere Maul­spalte und sind auch insgesamt etwas größer als die Weibchen. Für den Banggai-Kardi­nalbarsch wurde auch die Form der Genital­papillen als Geschlechtsunterschied beschrie­ben (Mai, 2004). Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass man mit 10 Tieren nicht auch beide Geschlechter erwirbt. Paare, die sich aus einer Gruppe finden, züchten auch viel zuverlässiger, als willkürlich zusammengestellte Paare, das sagen zumindest die Züchter des Banggai-Kardinalbarsches.

Lebenserwartung

Apogonichthyoides pseudotaeniatus kann bis zu 14 cm lang werden.

Gewöhnlich ist die natürliche Lebens­er­wartung bei Kardinalbarschen an die Größe gekoppelt. Die kleinsten Arten leben kein Jahr, der Meerbarbenkönig etwa 5 Jahre. Im Aqua­ri­um werden aber Fische grundsätzlich viel älter als in der Natur. Der Banggai-Kardinal­barsch züchtet noch im Alter von 5 Jahren (Mai, 2004). Alles in allem: Kardinalbarsche sind ideale Aquarienfische für Meeresaquarianer und solche, die es werden wollen. Es gibt noch viel an ihnen zu entdecken und zu erforschen. Den Aquarianern kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Machen Sie mit!

Frank Schäfer

zitierte Literatur:

Kuwamura, T. (1983): Spawning behaviour and timing of fertilization in the mouthbrooding cardinalfish Apogon notatus. Japanese Journal of Ichthyology 30 (1): 61-71

Mai, W. (2004) in Brockmann, D. (Herausgeber): Nachzuchten für das Korallenriff-Aquarium. Bornheim. pp. 171-179

Neira, F. J. (1991): Larval developement of the oral brooding cardinalfish Apogon rueppellii (Teleostei: Apogonidae) in Western Australia. Rec. Wesr. Aust. Mus. 15 (3): 573-584

Oral, M. (2010): Alien fish in the Mediterranean – Black Sea Basin. J. Black Sea/Mediterranean Environment 16 (1): 87-132

Petersen, C. W., Mazzoldi, C., Zarrella, K. A. & R. E. Hale (2005): Fertilization mode, sperm characteristics, mate choice and parental care patterns in Artedius sp.. (Cottidae). Journal of Fish Biology 67: 239-254

Über den Autor Frank Schäfer

Frank Schäfer, geboren 1964, Biologe, seit frühester Jugend Tier- und Pflanzenhalter aus Leidenschaft. Sein besonderes Interesse gilt seit jeher den Fischen, aber Reptilien, Amphibien, Wirbellose, Kleinsäuger und Vögel sowie eine Vielzahl von Pflanzen begeistern ihn ebenso.

Seit 1980 Mitglied im Verein für Aquarien- und Terrarienkunde Hottonia e.V., dort seit 1982 auch immer wieder Vorstandsämter (Gartenwart, Redakteur der Vereinszeitschrift, 1. Schriftführer), seit 1982 Mitglied in der Internationalen Gemeinschaft für Labyrinthfische (IGL), seit 1992 auch im European Anabantoid Club (EAC). Erste Fachartikel über Pflege und Zucht von Puntius vittatus, Macropodus opercularis, Trionyx ferox und Polypterus senegalus in der Hottonia-Post 1981; erste große Fischfangreise in die Tropen 1983 nach Sumatra, worüber anschließend zahlreiche Aufsätze in der Hottonia-Post, der Zeitschrift „Der Makropode“ und „Das Aquarium“ erschienen; von da an regelmäßig Publikationen in vielen aquaristischen Fachzeitschriften, sowohl national wie auch international. Seither außerdem jährlich mehrere Dia-Vorträge auf nationalen und internationalen Tagungen.

Studium der Biologie in Darmstadt von 1984-1989, Abschluss als Diplom-Biologe mit den Prüfungsfächern Zoologie, Botanik, Ökologie und Psychologie. Diplomarbeit bei Prof. Ragnar Kinzelbach zum Thema „Wirtspezifität der Glochidien von Anodonta anatina“.

Zahlreiche Fang-, Sammel- und Studienreisen in das europäische Ausland, die Türkei, Sambia und vor allem Indien; Forschungsschwerpunkt ist die Süßwasserfischfauna des Ganges mit dem Ziel einer kompletten Revision der Arbeit von Francis Hamilton (1822): An account of the fishes found in the river Ganges and its branches. Edinburgh & London. Wissenschaftliche Erstbeschreibung von Oreichthys crenuchoides und gemeinsam mit Ulrich Schliewen von Polypterus mokelembembe. Wissenschaftliche Besuche und kurzzeitige Arbeiten in den zoologischen Sammlungen von London, Paris, Brüssel, Tervueren, Wien, Berlin, Frankfurt und München.

Seit 1996 bis heute Redakteur bei Aqualog und wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Fischbestimmung bei Aquarium Glaser, Rodgau. In dieser Zeit verantwortlich als Autor oder Co-Autor von über 20 Büchern und über 400 größeren Fachartikeln, nicht nur bei Aqualog, sondern bei nahezu allen deutschsprachigen Fachverlagen, vereinzelt auch in internationalen Publikationen. Seit 2009 Betreuung der Homepage und des Newsletters bei Aquarium Glaser mit 3-5 Posts pro Woche. Nach wie vor leidenschaftlicher Tier- und Pflanzenpfleger, quer durch den Gemüsegarten: Aquaristik (Süß- und Seewasser), Terraristik, Teichpflege, Kleinvögel.

Frank Schäfer ist verheiratet und hat zwei Töchter, die 1989 und 1991 geboren wurden.

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