Xiphophorus maculatus Platy Bleeding Heart

Blutende Herzen sind eine Zuchtform des Platys (Xiphophorus maculatus), die bereits in den 1940er Jahren von dem berühmten Genetiker Myron Gordon entwickelt wurde. Diese Zuchtform ist eine Kreuzung aus einer Platy-Wildform, nämlich dem ”Ruby-throat” (Rubin-Kehle), wie sie im Rio Jamapa (in der Nähe von Veracruz sammelte Gordon seinen Ausgangsstamm) und im Rio Papaloapan in Mexiko vorkommt, und einer reinweißen Zuchtform, dem sogenannten ”Ghost-Platy”.

Blutende Herzen waren schon immer eine Seltenheit in den Aquarien. Eine ihrer Besonderheiten ist der Sexualdichromatismus, d.h., Männchen und Weibchen sind unterschiedlich gefärbt. Nur Männchen haben das Farbmerkmal des ”Blutenden Herzens”, das aus einer roten Streifenzeichnung besteht, die in ein rotes Feld läuft. Weibchen sind einfach weiß. Es ist als ein eher rares Zuchtergebnis zu werten, wenn die Weibchen etwas Rotzeichnung auf den Flanken aufweisen.

Anders als bei Wildformen, die in aller Regel ohne größere Schwierigkeiten aus den Ursprungsländern wieder importiert werden können, wenn sie einmal aus den Aquarien verschwunden sind und wieder Nachfrage besteht, kann man Zuchtformen, sind sie erst einmal ausgestorben, nicht so leicht wieder ”zum Leben erwecken”. Wie gesagt, wirklich häufig war das Blutende Herz nie und in den 1970er und 1980er Jahren schien es nahezu ausgestorben zu sein. Doch dann tauchte es in den 1990er Jahren verschiedentlich wieder auf.

Gegenwärtig ist das Blutende Herz wieder gefährdet, da zahlreiche Einkreuzungen vorgenommen wurden, die sich nur schwer oder auch gar nicht mehr eliminieren lassen, vor allem in Hinsicht auf eine Schwanzstielzeichung (Komet oder Micky Maus). Man mag nun argumentieren, eine Zuchtform müsse ja wohl nicht in einem Zustand der Ursprünglichkeit erhalten werden. Dennoch ist das Blutende Herz ein so interessantes Studienobjekt – eben wegen des ausgeprägten Sexualdichromatismus – dass es schade wäre, es zu verlieren.


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Zur Zeit (2020) werden sehr gute Blutende Herzen von einem Züchter aus Thailand angeboten. Die Mehrzahl der Tiere entspricht der ursprünglichen Form, also weisen die Männchen nur selten eine Schwanzstielzeichnung auf und die Weibchen sind oft rein weiß. Eine Besonderheit fast aller weißer Zuchtformen bei den Platys und Schwertträgern hat auch diese: blaue Augen.

Frank Schäfer

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Über den Autor Frank Schäfer

Frank Schäfer, geboren 1964, Biologe, seit frühester Jugend Tier- und Pflanzenhalter aus Leidenschaft. Sein besonderes Interesse gilt seit jeher den Fischen, aber Reptilien, Amphibien, Wirbellose, Kleinsäuger und Vögel sowie eine Vielzahl von Pflanzen begeistern ihn ebenso.

Seit 1980 Mitglied im Verein für Aquarien- und Terrarienkunde Hottonia e.V., dort seit 1982 auch immer wieder Vorstandsämter (Gartenwart, Redakteur der Vereinszeitschrift, 1. Schriftführer), seit 1982 Mitglied in der Internationalen Gemeinschaft für Labyrinthfische (IGL), seit 1992 auch im European Anabantoid Club (EAC). Erste Fachartikel über Pflege und Zucht von Puntius vittatus, Macropodus opercularis, Trionyx ferox und Polypterus senegalus in der Hottonia-Post 1981; erste große Fischfangreise in die Tropen 1983 nach Sumatra, worüber anschließend zahlreiche Aufsätze in der Hottonia-Post, der Zeitschrift „Der Makropode“ und „Das Aquarium“ erschienen; von da an regelmäßig Publikationen in vielen aquaristischen Fachzeitschriften, sowohl national wie auch international. Seither außerdem jährlich mehrere Dia-Vorträge auf nationalen und internationalen Tagungen.

Studium der Biologie in Darmstadt von 1984-1989, Abschluss als Diplom-Biologe mit den Prüfungsfächern Zoologie, Botanik, Ökologie und Psychologie. Diplomarbeit bei Prof. Ragnar Kinzelbach zum Thema „Wirtspezifität der Glochidien von Anodonta anatina“.

Zahlreiche Fang-, Sammel- und Studienreisen in das europäische Ausland, die Türkei, Sambia und vor allem Indien; Forschungsschwerpunkt ist die Süßwasserfischfauna des Ganges mit dem Ziel einer kompletten Revision der Arbeit von Francis Hamilton (1822): An account of the fishes found in the river Ganges and its branches. Edinburgh & London. Wissenschaftliche Erstbeschreibung von Oreichthys crenuchoides und gemeinsam mit Ulrich Schliewen von Polypterus mokelembembe. Wissenschaftliche Besuche und kurzzeitige Arbeiten in den zoologischen Sammlungen von London, Paris, Brüssel, Tervueren, Wien, Berlin, Frankfurt und München.

Seit 1996 bis heute Redakteur bei Aqualog und wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Fischbestimmung bei Aquarium Glaser, Rodgau. In dieser Zeit verantwortlich als Autor oder Co-Autor von über 20 Büchern und über 400 größeren Fachartikeln, nicht nur bei Aqualog, sondern bei nahezu allen deutschsprachigen Fachverlagen, vereinzelt auch in internationalen Publikationen. Seit 2009 Betreuung der Homepage und des Newsletters bei Aquarium Glaser mit 3-5 Posts pro Woche. Nach wie vor leidenschaftlicher Tier- und Pflanzenpfleger, quer durch den Gemüsegarten: Aquaristik (Süß- und Seewasser), Terraristik, Teichpflege, Kleinvögel.

Frank Schäfer ist verheiratet und hat zwei Töchter, die 1989 und 1991 geboren wurden.

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