Die Kragenechse

Es gibt so eine Art Grundregel im Tierreich, die im Wesentlichen besagt, dass ein Lebewesen gegenüber Rivalen oder Feinden um so einschüchternder wirkt, je größer es ist. Man beobachte nur einmal, wie ein Fischmännchen seine Flossen spreizt, wenn es auf einen Rivalen trifft, um Futter, das Revier oder den Partner streitet oder wenn es erkennt, dass es auf dem Speiseplan eines anderen Tieres steht. Und was hat das nun mit der Echse zu tun um die es in diesem Artikel geht? Nun, eine ganze Menge.

Erwachsenes Männchen / Adult male

Erwachsenes Weibchen

Erwachsenes Weibchen / Adult female

Die australische Kragenechse (Chlamydosaurus kingii), in ihrer Heimat bekannt als “frilly”, ist keine kleine Echse. Sie kann bis 95 cm Gesamtlänge heranwachsen. Aber sie ist doch eher ein schmächtiges Tier, denn 65 cm von ihr sind Schwanz. Sie ist außerdem ein gutmütiges Geschöpf. Ihr Körper ist grau-braun. Alles in allem erscheint sie die perfekte Mahlzeit für hungrige Beutegreifer zu sein. Aber: diese bemerkenswerte Eidechse hat eine nette Überraschung für potentielle Angreifer parat. Wenn sie angegriffen wird, fixiert sie den Stänkerer, spreizt die Halskrause (die bei großen Tieren 25 cm Durchmesser haben kann), reißt das Maul auf, zeigt den hellen Schlund, spreizt die Beine, faucht laut und springt den Störenfried an. Sie kann auch mit dem Schwanz den Boden peitschen. Jetzt hat sie nichts mehr von der freundlichen, schmächtigen Eidechse, sondern sieht aus wie eine große, kräftige, die einen Angreifer ernsthaft verletzen kann. Es erstaunt kaum, dass dieses Verhalten der Kragenechse oft das Leben rettet. Aber auch wenn dieses Schauspiel fehlschlägt hat unsere Echse noch ein Ass im Ärmel. Sie kann sich auf der Stelle herumdrehen und, den Schwanz wild hin und herschwenkend, losrennen. Dabei lenkt der Schwanz den Angreifer ab. Die Echse kann eine so große Geschwindigkeit erreichen, dass sie sich mit dem Vorderkörper vom Boden abhebt und nur noch auf den Hinterbeinen rennt. Wird sie gestellt, kann sie auch beißen, was weh tut…..

Es ist zweifellos ihr außergewöhnliches Verhalten und Aussehen in Gefahr, dass die große Aufmerksamkeit und das Interesse der Terrianer auf diese Echse lenkt. Die eher schlichte Färbung bewirkt das kaum. Auch das Fortpflanzungsverhalten, das in Durchschnittsterrarien eher selten zu beobachten ist, fasziniert kaum. Einer der Gründe hierfür ist, dass die Kragenechse ein Einzelgänger ist. Die Geschlechter treffen sich nur zur Paarung. Darum sollten Adulte besser einzeln gepflegt werden (Jungtiere sind halbwegs verträglich untereinander), wenngleich die paarweise Pflege in sehr großen Terrarien möglich ist. Zwei Männchen stressen einander ständig und das schwächere Tier kann auch verletzt werden. Das Becken für ein Einzeltier sollte mindestens 1 m lang, 50 cm tief und 1 m hoch sein. Äste und Baumstubben sollten vorhanden sein, damit das Tier sich verstecken, sich sonnen und klettern kann, wie es das in Freiheit auch tut. Je reicher das Angebot solcher Gegenstände und mehr Platz zwischen ihnen ist, desto größer ist die Chance einer erfolgreichen paarweisen Pflege. Für den Bodengrund gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am häufigsten wird Zeitungspapier empfohlen. Obwohl es zu Reinigungszwecken leicht ausgetauscht werden kann, sieht es nicht gut aus und wird darum von vielen Pflegern abgelehnt. Sie ziehen darum Sand vor, manchmal liest man auch von Rindenmulch, Erde oder Kunstrasen. Die Temperatur in Terrarium muss eher hoch sein, 35 –38°C unter den Wärmestrahlern und 25 – 28° im restlichen Becken. Die Beleuchtungsdauer sollte im Sommer etwa 12, im Winter etwa 10 Stunden pro Tag betragen.

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